**Ask me no questions and I tell you no lies.**

Also, diese FF hab ich mit meiner Süßen Lea geschrieben. Ich hoff, sie gefällt ^^


Fan Fiction „Two Times“

Created by Lintucat (Lauri) and Linchen (Emma)


Emma’s Sicht:

Ich hätte ja niemals gedacht, dass ich so weit kommen würde. Dass ich jemals meinen Traum, eine Schauspielerin zu werden, verwirklichen könnte. Aber ich hatte es geschafft...und ich bekam eine Hauptrolle in einem neuen Kinofilm. „Not without you“ sollte er heißen. Eine romantische Komödie mit Happy End. Einen netten Filmpartner sollte ich auch bekommen. Konnte es besser sein? Ich glaubte kaum.

Gut gelaunt stand ich an diesem sonnigen Morgen auf. Die Vögel zwitscherten und ich war bester Laune. Kein Wunder. Heute war das erste Meeting mit dem Regisseur, dem Film-Team und natürlich mit meinem angeblich super netten und begabten Schauspielerkollegen. Den Namen wollte mir Chris (der Regisseur) noch nicht verraten, was die Sache noch spannender machte, als sie sowieso schon war. Ich ging also ins Bad und machte mich fertig. Als ich frisch geduscht, angezogen, geschminkt und gestylt in meine Küche kam, machte ich mir gleich einen Kaffee und setzte mich hin. Ich hatte die Küche erst letzte Woche neu gestrichen und nun gefiel sie mir richtig gut. Klein aber fein, wie meine Mutter immer gesagt hatte. Ich sah auf die Uhr und stellte fest, dass es Zeit war zu fahren. Ich zog mir also meine Schuhe und Jacke an, nahm meine Tasche, lief zum Auto und fuhr los. Lange musste ich nicht fahren, schon war ich da. Ich war richtig aufgeregt, als ich das Gebäude betrat und sah mich um. Es war riesengroß und viele Bilder von Chris mit den verschiedensten Stars und Sternchen hingen an der Wand. Natürlich alles eingerahmt und vom jeweiligen Star unterschrieben. Ich betrachtete einige. Brad Pitt, Angelina Jolie, Johnny Depp, Orlando Bloom...ganz viele von den Großen. Zu denen ich immer gehören wollte. Na, mal schauen, wie sich der Film so entwickeln würde. In dem Moment kam Chris auf mich zu „Emma...schön, dass du da bist“, begrüßte er mich. „Komm gleich mit, dann mach ich dich mit deinem Filmpartner bekannt. Er ist schon da“ Ich nickte. „Sehr schön“ Ich folgte ihm in einen weiteren großen Raum und dort saßen ganz viele Menschen auf Stühlen. „Leute...das ist die zweite Hauptrolle für den Film“, sagte Chris. „Hallo“, grüßte ich freundlich und empfang freundliche Gesichter. Ein Mann saß mit dem Rücken zu mir. Er hatte schwarzes Haar, das wild gestylt war. Er erinnerte mich an..... naja...auch egal...das war Vergangenheit. Nicht nötig darüber nachzudenken. Das ist er nicht wert. Er hatte mich betrogen und ich versuchte seit der Sache Abstand zu ihm zu gewinnen. Ich wollte ihn nie wieder sehen. Nie wieder. „Und das ist dein Filmpartner...Lauri, das ist Emma. Emma Salminen, deine Filmpartnerin“ Der Mann drehte sich um und mir zog es fast den Boden unter den Füßen weg. Lauri? War das wirklich Lauri? Lauir Ylönen? Ich hatte mich also nicht getäuscht...Kein Zweifel. Er war es. Schwarzes Haar, Stupsnase, markante Gesichtszüge und diese tiefgrünen Augen, nach denen ich mal so verrückt war. Damals. Vor der ganzen Sache. Mein Blick verdunkelte sich und ich blitzte ihn böse an. Er schien aber genauso überrascht wie ich und starrte mich regelrecht an. „Hallo“, knurrte ich und streckte ihm meine Hand entgegen. „Hallo, Emma...schön, das wir den Film zusammen drehen“, sagte er nur und nahm kurz meine Hand. Dann ließ er sie wieder los und sah auf den Boden. Ich wusste nicht, wie ich mit der Situation umgehen sollte und stand einfach nur da. Einfach nur da und sah ihn an.


Lauri´s Sicht:

Ich wusste einfach nicht, was ich jetzt machen sollte.
Ich starrte weiterhin den Boden an.
Wie konnte das passieren?
War es Schicksal? Sie war wieder da, Emma. Meine Emma.
Und wir sollten gemeinsam einen Film drehen. Was wünscht man sich mehr? Aber die Tatsache, dass sie mich vor 5 Jahren ohne jeglichen Grund verlassen hat und somit ein großes schwarzes Loch in meiner Seele hinterlassen hat, störte sie wohl kein bisschen. Und bis heute kann ich nächtelang nicht schlafen, weil ich mich immerzu nach dem Warum frage.
Sie hat sich verändert.
Ihre dunkelbraunen Haare hat sie sich tiefschwarz gefärbt.
Sie glänzten im künstlichen Neon-Licht.
Und sie hatte eine feine Bräune bekommen.
Sie war sehr hübsch geworden.
Ich musste sie wohl ein bisschen zulange angeschaut haben, denn sie warf mir wieder diesen vernichtenden Blick zu. Ihre sonst so strahlend blauen Augen nahem einen saphir-farbenen Ausdruck an.
Ich drehte mich wieder um und beschäftigte mich mit dem Boden.
In diesem Moment kam Chris, der einige Minuten zuvor noch mit seinem Handy telefoniert hatte, auf mich zu. „Hey Lauri, wie läuft´s eigentlich so mit deiner Band?“ fragte er mich interessiert. Ich schaute ihn argewöhnisch an. Hatte er als Regisseur denn nichts Besseres zu tun, als mich hier über Dinge auszufragen, die für den Film total nebensächlich sind? „Geht so“, antwortete ich trotzdem. „Aha“, war sein Kommentar. Wenn es ihn wirklich interessiert hätte, würde er Wieso? Fragen, aber das tat er nicht. „Chris, was willst du wirklich von mir?“, wollte ich wissen. „Ähem…“ verlegen schaute er zum Boden und kratzte sich am Kopf. „Jaaaa?!“ „Na ja, weißt du…ich frage, weil mich vorhin deine Plattenfirma angerufen hat und…sie meinten halt, wenn du hier mitspielen würdest, hättest du keine Zeit mehr für deine Musik…“ „WAS?! Das haben sie gesagt?! Aber ich habe doch schon mit ihnen darüber gesprochen, SIE haben ja gesagt, dass ich hier mitspielen soll, das würde mich angeblich auf andre Gedanken bringen…und ich für meinen Teil wollte das zu meiner Inspiration nutzen, weißt du?“ Fassungslos schaute ich ihn an. „ Ja, eben, ich hab ihnen ja gesagt, dass ihr immer 1 Woche frei habt zwischen den Dreharbeiten. Aber das wäre ihnen zu wenig…“, versuchte er mich einigermaßen zu beruhigen. „Ja…und weiter?!“ „Naja, und als die andren drei Bandleaders letzte Woche im Amerika-Urlaub waren, haben sie da den Sänger einer eher unbekannten Band kennengelernt. Irgendwie sind sie dann mal zusammen ins Studio gegangen und haben einfach mal so einen Song aufgenommen…naja…und sie warn halt ganz begeistert von ihm…“ stockte er. „ Soll das heißen, dass sie einen Besseren gefunden haben?“ fragte ich entgeistert. „Nein, er ist nicht besser als du, aber als Ersatz würde er allemal reichen…“ „ERSATZ?! Wieso?! Aber…ich…warum suchen sie einen Ersatz für mich?!“ rief ich verwirrt. „Nein…sie haben keinen gesucht, es hat sich halt so ergeben…“ Ich starrte ihn an. „Also bin ich jetzt draußen, oder wie soll ich das jetzt verstehn?!“ Ich war verdammt wütend. „Wie´s aussieht…ich glaube schon…“ sagte Chris mitleidig. In mir kam Wut, Verzweiflung und Trauer zugleich herauf.
Ich stand so schnell auf, dass der Stuhl auf dem ich saß, mit einer großen Wut nach hinten umfiel und alle Anwesenden sich zu mir umdrehten. Ich stand vor Chris und hatte meine Hände zu Fäusten geballt, in mir stiegen heiße Wuttränen auf. „Wie schön, ruf sie doch gleich an und frag sie, ob sie für ihren neuen Song meine Texte brauchen! Ich stehe gern weiterhin zur Verfügung!!“, brüllte ich ihn an. Dann rannte ich raus, einfach nur weg.

Emma’s Sicht:

Ich sah ihm nach und irgendwie tat er mir Leid. Seine sonst so tollen Freunde hatten ihn mal so eben aus der Band geworfen und er musste seine geliebte Musik nun aufgeben. Er hatte sie damals schon geliebt, hatte mir oft strahlend neue Lyrics präsentiert und war stolz darauf gewesen, seinen Traum verwirklichen zu können. Die Schauspielerei war nie so wichtig für ihn gewesen, wie die Musik. Ich verstand, warum er so sauer und traurig war. Und er tat mir tatsächlich kurze Zeit Leid, sodass ich ihm gerne nachgelaufen wäre und ihn getröstet hätte. Diesen Gedanken verwarf ich allerdings schnell wieder, als Chris mich aus meinen Gedanken zurück in die Realität holte. „Emma...ich habe gerade überhaupt keine Zeit, mich um Lauri’s Zustand zu kümmern...bitte sorg doch dafür, dass er sich wieder beruhigt.“ Hatte ich richtig gehört? Ich sollte ihm jetzt tatsächlich nachrennen und Seelsorger spielen? Aber sonst gehts noch, oder? „Bin ich seine Psychaterin? Ich glaube wohl kaum, dass ich ihm dabei helfen kann“ Chris sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an und schüttelte leicht den Kopf. „Immerhin ist er dein Filmpartner und ihr solltet ein vertrautes Verhältnis aufbauen...“ Vertrautes Verhältnis? Dass ich nicht lache. Ich kann mich nur zu gut erinnern, als wir ein solches Verhältnis hatten...Na, ganz toll...Das war das letzte, dass ich wieder auffrischen wollte. Auch wenn er ein absoluter Traummann war. Ich konnte und wollte es vor allem nicht. Aber bevor ich protestieren konnte, schob mich Chris in Richtung Türe und schloss sie hinter mir. Da saß Lauri also auf einer Bank, den Kopf in die Hände gestützt und auf den Boden starrend. Ich stand direkt vor ihm und sah ihn an. Na, ganz toll...Es war ziemlich frisch draußen und ich stand hier und wusste nichts zu sagen. Er sah auf. Nur kurz, aber es war wie ein Schock, mit dem mich seine Augen trafen. Schnell wischte er sich seine Tränen aus den Augenwinkeln und sah wieder weg. „Es.....es tut mir Leid, was gerade passiert ist“, stotterte ich und hätte mich gleich dafür schlagen können. Das war ja wohl mit Abstand das Bescheuertste gewesen, das ich hätte sagen können. Es tat mir Leid. Ja, toll...damit konnte er aber auch gar nichts anfangen. Er sah mich wieder an. „Was glaubst du, wie Leid es mir tut“, murmelte er und kniff die Augen zusammen. „Sie wissen, wie viel mir unsere Musik bedeutet...und sie schmeißen das so einfach weg. Tolle Freunde hab ich da ja...wirklich toll“ Wieder eine flüchtige Träne auf seiner Wange. Diesmal ließ er sie rollen. Am liebsten hätte ich ihn geknuddelt. Ihn in den Arm genommen und getröstet. Ah, was dachte ich denn da? Es war vorbei, er hatte es zerstört und jetzt saß er hier und heulte mir was vor. Warum machte er das? Warum musste das hier überhaupt alles passieren? Schicksal? Na, dann kann ich mich ja nur herzlich bedanken...ich hätte gut darauf verzichten können. Ich war über ihn hinweg gewesen. Hatte ihn schon beinahe vergessen. Und dann? Dann kommt mir dieser blöde Film dazwischen. Okay, zugegeben. Auf den Film hatte ich mich ewig gefreut. Ich liebte die Schauspielerei einfach. Da konnte ich nichts machen. Aber ausgerechnet mit IHM?? Meinem Lauri? Mit dem für lange Zeit ich an das Ende der Welt gehen wollte, bevor alles nur noch scheiße lief und er mich so sehr verletzt hatte? Das Leben war nicht fair. Ich setzte mich neben ihn auf die Bank und sah ihn an. Er tat es mir gleich. In diesen Augen konnte man wirklich versinken und so sah ich wieder weg. „Wann fangen wir denn eigentlich an zu drehen?“, fragte ich, um vom Thema abzulenken und ihn davon abzuhalten, mich immer mit diesem tiefen Blick anzusehen.


Lauri´s Sicht:

Was für eine Frage. Als ob gerade ich mir das mit meinen Siebhirn merken könnte. Statt ihr zu antworten, machte ich mir noch eine Kippe an. „Okay…dann halt nicht.“ sagte sie leise. „Ich weiß es nicht“ sagte ich und das betont langsam. Sie seufzte. „Lauri, das mit deiner Band tut mir wirklich leid!! Denkst du, dass mir Andern nichts bedeutet haben? Du, Eero, Aki und Pauli, ihr alle wart für mich wie eine Familie!! Denkst du nicht, dass mich das genauso trifft wie dich?!“ Ich sah sie an. Sah in ihre tiefblauen Augen. „Auch Familien zerbrechen…und was bleibt, sind gebrochene Herzen.“ sagte ich, ohne sie dabei aus den Augen zu lassen. Ich spielte damit auf ihr plötzliches Verschwinden an, aber sie ging nicht darauf ein. Also wandte ich mich wieder meiner Kippe zu. „Ja, durchaus.“, sagte sie kühl und stand auf. Ich schaute sie an. „Ich denke, ich werde jetzt noch einiges mit Chris besprechen gehen.“, sagte sie und wollte gehen. Aber ich war schneller und packte sie blitzschnell am Arm. Sie drehte sich um und sah mich erschrocken an. Ich kam ihrem Gesicht ganz nah und strich mit dem Finger über ihre Lippen. Ich hauchte ihr zu: „ Willst du nicht erstmal über die Kussszene sprechen?“ Drehte mich um und ließ sie stehen.

Emma’s Sicht:

Ich sah ihm fassungslos nach. War das etwa eine Anspielung? Eine Anspielung auf alte Zeiten, in denen ich das tun konnte, was ich gerade gerne getan hätte? Seine Finger auf meinen Lippen hatten sich so gut angefühlt. Zu gut vielleicht. Ich hatte für die paar Sekunden meinen ganzen Körper gespürt. Ich wollte es nicht, aber ich konnte mich nicht gegen meine Gefühle wehren. Wenn ich in seine Augen sah, könnte ich darin versinken, wenn ich seine Haut auf meiner spürte, kribbelte mein ganzer Körper. Und er wusste das. Ich sah ihm noch lange nach, wie er den langen Gang zu Chris’ Büro entlang lief. Nicht gespielt cool oder so, aber sogar beim Laufe sah er sexy aus. Ich schüttelte den Kopf, um von diesen Gedanken los zu kommen. Dann machte ich mich auf dem Weg zu Chris. Lauri war auch schon da und so wollten wir die ersten Szenen besprechen. Chris kam zu mir und raunte mir zu: „Und, geht es ihm besser?“ Ich zuckte kurz mit den Schultern „Denk schon, ja“ Lauri legte die Hände auf Chris’ und meine Schulter. „Heeeey...was tuschelt ihr denn da? Habt ihr etwa Geheimnisse vor mir?“ Schnell löste ich mich aus seinem Griff und sah ihn mit finsteren Blick an. „Sonst würden wir ja wohl nicht tuscheln, oder?“, sagte ich vielleicht ein wenig zu unfreundlich, denn Lauri war schlagartig still geworden und nickte nur etwas. Die Besprechung verlief gut und die ersten Szenen waren ganz easy. „Ihr werdet in dem Film Arbeitskollegen und könnt euch eigentlich überhaupt nicht ausstehen. Aber dann irgendwann bleibt ihr im Fahrstuhl stecken und da küsst ihr euch dann und dann hat Lauri ein schlechtes Gewissen, weil er eigentlich ne Freundin hat, aber ihr könnt die Finger nicht voneinander lassen“ Ich nickte und sah zu Lauri. „Naja, dann werd ich euch zwei Hübschen mal alleine lassen...besprecht noch ein paar Szenen, wir fangen ja übermorgen schon an.“ Mit diesen Worten verließ Chris den Raum. Mal wieder stand ich mit Lauri alleine da und wusste nichts, was ich sagen könnte. „Wollen wir vielleicht mal die Szene durchgehen?“, brach Lauri das Schweigen. „Welche?“ ich sah ihn fragend an. Auf einmal war sein Gesicht ganz nah bei meinem. Seine Hand umschloss mein Handgelenk. Uns trennten nur einige Millimeter. „Such dir eine aus“, hauchte er und ließ wieder von mir ab. Er ging zum Fenster und sah hinaus. Was hatte er mir damit nun wieder sagen wollen?


Lauri´s Sicht:

Verdammt, Lauri, du liebst sie immer noch. Du großer dummer Trottel liebst gerade die Frau, die dir das Herz gebrochen hat. Na toll. Wie soll das weitergehen? Vielleicht kommen wir ja wieder zusammen, aber was dann? Wird sie mich nach der schönsten Zeit meines Lebens wieder alleine stehen lassen? Ich weiß nicht. Und ich bin verdammt verwirrt. Ich habe immer wenn wir alleine sind, ein verdammt großes Verlangen danach, sie zu küssen. Genug Andeutungen hab ich ja schon gemacht.
Aber wie wird sie reagieren? Vielleicht spielt sie nur mit mir. Und wenn sie genug von mir hat, lässt sie mich links liegen und platzt dann irgendwann wieder in mein Leben, um mir den gleichen Schmerz noch mal anzutun? Nein, soweit werde ich es nicht kommen lassen.
Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, weil Emma hinter mir war und meine Hand mit ihren Fingern umschloß. Ich drehte mich um und sah sie überrascht an.

Emma´s Sicht:

Ich grinste ihn leicht an. „Na, wieder in Gedanken versunken?“, fragte ich leise und sah ihn von unten herauf an. Er nickte und sah mich immer noch überrascht an. Hatte er nicht damit gerechnet, dass ich ihn jemals wieder anfassen würde? Okay, zugegeben es überraschte mich selber etwas. Ja, er hatte mich verletzt. Aber wie soll man sich gegen das Schicksal und seine Gefühle wehren? Es ging einfach nicht. Ich war nicht stark genug, um dagegen anzukommen und eigentlich wollte ich es auch gar nicht. Verdammt, ich liebte ihn nunmal. Was sollte ich denn machen? Versuchen, ihn zu vergessen? – Das hatte schon beim ersten Mal nicht funktioniert, warum sollte es dann jetzt? Außerdem würde ich ab nun jeden Tag mit ihm zusammen sein. Also für diese Methode gab es nicht die geringste Chance. Ich könnte ihn natürlich auch ignorieren und kein Wort an ihn verschwenden. Aber wie sollte ich dann im Film echt wirkende Gefühle rüberbringen? Ich hatte also keine andere Wahl und irgendwie gefiel es mir. Wir mussten wirklich wie gute Freunde miteinander umgehen. Nicht an die Vergangenheit denken. „Ich...“, sagten wir beide im gleichen Moment und brachen noch in dem selben in schallendes Gelächter aus. „Du zuerst“, sagte ich und sah ihn an. Lauri nickte grinsend. „Ich wollte fragen, ob du Lust hast, einen Spaziergang zu machen? Dann können wir gleich ein paar Dinge wegen dem Film besprechen.“ Er sah mich erwartungsvoll an. „Klar...warum nicht?“ Ich nahm meine Jacke und warf ihm seine zu. Gemeinsam verließen wir das Gebäude und liefen in Richtung eines kleinen Parks. Ich war oft hier, ob nun um zu joggen, oder einfach nur zum relaxen. Es war wunderschön hier, ein kleiner See bot im Sommer Gelegenheit zu baden und viele grüne Wiesen machten den Park traumhaft schön. Wir liefen wortlos nebeneinander her, bis ich das Schweigen brach. „Du, Lauri?“ Er sah mich an. „Hm?“ Ich atmete tief durch. Ich wollte das ansprechen, was mir schon die ganze Zeit im Kopf rumschwirrte. „Wir können....nein....wir dürfen den Film nicht wegen unserer Vergangenheit unprofessionell wirken lassen. Wir müssen das Geschehene vergessen und neu anfangen. Der Film soll nicht drunter leiden, Chris gibt sich so viel Mühe damit. Ich will ihn nicht enttäuschen. Verstehst du was ich sagen will?“ Ich war nervös. Wusste nicht, wie er darauf reagieren würde. „Hm“, brummte er und zündete sich eine Kippe an. „Auch eine?“, fragte er und hielt mir die Schachtel hin. Dankend nahm ich eine und zündete sie an. Den Rauch einatmend schnaufte ich tief durch. „Seit wann rauchst du eigentlich?“, fragte Lauri und steckte das Feuerzeug und die Schachtel zurück in seine Jackentasche. „Gelegentlich tut es ganz gut...ich rauche nicht wirklich“, gab ich zur Antwort. „Aha“, meinte er und zog an seiner Kippe. „Was meinst du jetzt dazu?“, fragte ich und zog nervös an meiner Zigarette. Er blieb stehen und setzte sich dann in das Gras. Ich tat es ihm gleich. Er ließ ein paar Momente verstreichen, ehe er antwortete. „Ja, du hast recht. Der Film ist wichtig, das stimmt wohl. Und nicht nur für uns. Da hast du vollkommen recht. Aber...Ach, Emma...“ er drückte seine Kippe aus und sah auf den See, in dem sich die untergehende Sonne spiegelte. Sein Gesicht nahm einen rot-orangen Schimmer an. Am liebsten hätte ich mich jetzt an ihn gekuschelt und die Zeit vergessen. „Was denn?“ Ich sah ihn fragend an. „Ich hätte ja nie gedacht, dass wir uns überhaupt wieder sehen. Es war wie ein Schock...aber irgendwie tat es nicht so weh, wie ich es erwartet hätte...“ Er sprach das aus, was ich dachte und fühlte. Stumm nickte ich nur und sah auf das ruhig plätschernde Wasser. Langsam wurde es dunkel und mir kalt, da ich nur ein Top trug. Aber zurück gehen wollte ich nicht. Es würde nur die Atmosphäre kaputt machen.


Lauri´s Sicht:

Ich merkte, dass ihr kalt war, denn sie zitterte leicht. Ich zog mein Jacke aus und legte sie um ihren Oberkörper. Dankend sah sie mich an. Diese schönen Augen, die ich so vermisst hatte… Ich konnte nicht anders, ich zog sie zu mir und küsste sie. Ich weiß, dass alles ging wieder viel zu schnell, aber der Augenblick war einfach zu schön, zu romantisch, ZU perfekt. Die untergehende Sonne, das leise plätschernde Wasser, die Wärme, die jetzt von ihr ausging. Es wurde ein langer, intensiver Kuss, doch sie brach ihn ab und sah mich überrascht an. „Lauri…!“ sagte sie vorwurfsvoll. Plötzlich war ich furchtbar verwirrt. Verdammt, wieso hatte ich das getan? Wollten wir nicht NUR Freunde sein? Nein, das ging einfach nicht, und das wussten wir beide. Aber es war zu früh, es war einfach nicht passend. „Emma, ich…“ „Lauri, wollten wir nicht die Vergangenheit hinter uns lassen? Wollten wir nicht NEU anfangen?“ Ich hörte Verzweiflung in ihrer Stimme. Sie sah mich an und Tränen bildeten sich in ihren Augen. Ich schaute sie schmerzerfüllt an: „Emma, ich kann nicht. Ich kann einfach nicht. Und ich WILL auch nicht vergessen, was da war. Ich will es wieder haben, will dich wiederhaben.“ Ich sah ihr tief in die Augen und flüsterte schon fast. Kleine Rauchwölkchen bildeten sich, es war verdammt kalt geworden. Sie wollte etwas sagen, doch ich legte ihr den Finger auf die Lippen: „Pscht…nicht jetzt. Nicht denken.“ Und küsste sie ein weiteres Mal. Aber sie unterbrach abermals und stand auf. „Emma…“, sagte ich verzweifelt, „ist dich zu lieben ein Verbrechen?!“
Erst jetzt bemerkte ich, wie ihr unzählige Tränen die Wangen hinabliefen. Ich stand auch auf, wischte ihr vorsichtig die Tränen aus dem Gesicht und sah sie zärtlich an.
Sie schaute zum Boden, sagte: „Es ist kalt geworden, ich denke, ich sollte jetzt besser nach Hause gehen“, drehte sich um und rannte los.


Emma’s Sicht:

‚Oh, verdammt Emma...was hast du nun schon wieder gemacht? Du liebst ihn doch...Scheiße, du liebst den Mann doch...warum ist es nur so schwer, das einzusehen?’, schoss mir durch den Kopf. Ich hatte längst vergessen, was damals SCHLIMMES passiert war. Ich hatte es in mir aufgepusht, eine größere Sache draus gemacht, als es eigentlich war. Ich hörte auf zu rennen, blieb stehen, drehte mich um. Ich war ein ziemliches Stück gerannt, Lauri stand immer noch bei der großen Eiche, wo wir vorher noch saßen und sah mir nach. Wieder bahnten sich einige Tränen ihren Weg über meine Wangen. Ich nahm Lauri’s Jacke von meinen Schultern und roch an ihr. Sie roch gut, wie er und sie erinnerte mich heftig an die alten Zeiten. Ich sah zum aufgehenden Mond. Hoffte ich etwa von ihm auf eine Antwort? Dabei stand sie doch nur etwa 200 Meter von mir entfernt. Ich konnte nicht anders und lief zurück. Erst langsam dann immer schneller werdend. Mit eiligen Schritten kam er auf mich zu. Als wir aufeinander trafen fiel ich ihm in die Arme. Er drückte mich an sich und strich mir beruhigend über den Rücken. Ich sah auf. „Verdammt, es tut mir so Leid...ich wollte nicht wegrennen...“, sagte ich kleinlaut und sah ihn von unten an. Er lächelte nur und küsste mich wieder. Diesmal wollte ich ihn nicht unterbrechen, aber mein Handy riss uns aus dem leidenschaftlichen Kuss. Ich grummelte Fluche vor mich hin, als ich nach dem blöden Ding in meiner Tasche kramte und als ich es endlich fand, stoppte ich dieses nervige Gebimmel und hob ab. Es war ein kurzes Gespräch, ich war nicht mehr in der Lage zu reden. Wie in Trance verabschiedete ich mich von meiner Tante, die mich angerufen hatte und verstaute mein Handy wieder in der Tasche. Mein schönes Kribbeln im Bauch war auf einmal wie weggeblasen und als Lauri mein Kinn zwischen seine Finger nahm und mich zärtlich fragte was los sei, begann ich zu heulen, wie noch nie. Meine Welt war zusammen gebrochen und nicht mal mehr er konnte mir helfen. „Hey...was ist denn los? Ist was passiert?“ Ich wollte ihm so gerne sagen, was passiert war aber ich blockierte innerlich, ich wollte es nicht wahr haben. Ich weinte einfach nur in sein Shirt hinein und er strich mir über mein Haar. Obwohl er nicht wusste, warum ich so bitterlich weinte, beruhigte er mich durch seine Ruhe und Geduld. Er wollte mich nicht hetzen, ihm zu sagen, was passiert war. Als ich mich einigermaßen beruhigt hatte, küsste er mir sachte die letzten Tränen weg und sah mich liebevoll an. „Was ist denn passiert?“, fragte er erneut. „Das war...meine Tante...meine Eltern sind beide......sie sind heute beide verunglückt...sie sind tot, Lauri...alle beide...“, quetschte ich hervor, bevor ich wieder anfing zu weinen. Ich hatte beide Eltern auf einmal verloren. Sie nicht mal mehr gesehen, bevor es passiert war. Ich war so am Boden zerstört und wusste nicht, wie ich das verarbeiten sollte. „Was?“ Lauri war geschockt. „Oh, mein Gott, Emma....das tut mir so Leid“, sagte er und nahm mich wieder in den Arm. Ich wollte ihn nie wieder loslassen, immer seine Wärme spüren. Ich weinte einfach gegen seine Brust.

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