**Ask me no questions and I tell you no lies.**

Diese FF is ziemlich hart...ich hab se geschrieben, als ich ein bissl depri und ziemlich wütend auf jemand gewesen bin, deshalb...nich wundern x)


Things are not, what they used to be

„NEIN!“, schrie ich ihn an. Es war zum Kotzen. Warum glaubte mir niemand?!
Auch er schien langsam die Geduld zu verlieren, denn er lief noch kleinere Kreise durch den ohnehin schon engen Verhörungsraum. Sein Kollege, der seelenruhig mir gegenüber saß und gemütlich seinen Kaffee trank, sah ihm belustigt dabei zu. „Komm schon Hussi, so kommst du eh nich weiter.“ „Verdammt Alex, wenn die kleine Schlampe hier es halt nicht zugeben will!“, schrie er schon fast. Ich starrte ihn ungläubig an. WAS ERLAUBT DER SICH?! Ich wollte gerade ordentlich zurückbrüllen, als in diesen Moment die Tür aufgerissen wurde und ein anderer Bulle seinen Kopf hineinsteckte.
„Man Hussi und Alex, macht, dass ihr eure Ärsche hier raus bewegt! Erstens habt ihr jetzt Nachtschicht und zweitens hat unsre süße Lady hier Besuch bekommen.“, grinste mich der schleimige Typ anzüglich an. Das Walross namens Hussi rannte direkt zur Tür hinaus, während Alex sich langsam erhob und nicht ohne mir noch mal zuzuzwinkern den Raum verließ.
Keine 3 Minuten später hörte ich ein „Sie können jetzt rein gehen.“ und die schwere Stahltür ging wieder auf. Ich fiel fast vom Stuhl als ich sah, WER mich da besuchen kam.
„LAURI!!“ Mir schossen die Tränen in die Augen. Er lehnte sich an die Wand und lächelte leicht.
Ich starrte ihn mit großen Augen an. „I-ich…ich dachte…a-also, ich dachte…dass du…ich meine…“
Er musste noch mehr lächeln. Irgendwie gab mir das Kraft. Wie immer, wenn ich in diesem strahlendem Grün gefangen wurde. Ich schniefte und gab mir einen Ruck: „A-also, ich dachte du bist tot…“ Ich war immer noch verwirrt. Tagelang hatte man mir versucht einzutrichtern, dass mein Freund tot sei. Der wichtigste Mensch in meinem Leben. Der Einzige, der immer für mich da war, der mich liebte, so wie war. Und nun stand er quicklebendig vor mir und hatte das umwerfenste Lächeln aufgesetzt, so als wäre nie etwas gewesen.
„Würde ich sonst hier sein?“, grinste er mich frech an und holte mich somit in die Realität zurück.
„Aber…wieso…ich meine…“ „Wieso ich mich solange nicht gemeldet habe? Tja…wenn alle glauben, dass du tot bist, solltest du sie lieber so lange es geht in diesem Glauben lassen.“
„Wie meinst du das?“ Er schenkte mir einen langen, tiefen Blick aus den zwei schönsten Augen der Welt. „Ich denke nicht, dass das jetzt eine große Rolle spielt.“, flüsterte er schon fast. Ich nickte, obwohl ich keinen blassen Schimmer hatte, was er wohl damit meinte. Er sah mich immer noch an. „Lauri, ich hab dich so wahnsinnig vermisst…ich dachte, ich würde dich nie wieder sehen!“, fing ich an zu weinen. Lauri stieß sich lässig von der Wand ab und setzte sich auf den Platz gegenüber von mir, wo noch Alex´s Kaffee stand. Mit hochgezogenen Augenbrauen saß er vor dem Gebräu und fegte es eine Sekunden später mit einer Handbewegung vom Tisch. Ich sah ihn verwundert an. Er lächelte wieder, aber diesmal war es anders. Nicht freundlich und warm, sondern fies und hinterhältig blitzten seine Augen mich an, als er sagte: „Ich will, dass nichts zwischen uns steht.“ Verwirrt von seiner Reaktion verkniff ich mir jegliches Kommentar und starrte stattdessen den Tisch an. „Lena, gib mir deine Hände.“, forderte er mich auf. „Was?“ Verwirrt blickte ich ihn an. „Du sollst mir deine Hände geben“, sagte er schon etwas forscher. Ich tat, wie mir geheißen und fragte mich, was wohl aus dem Lauri geworden ist, den ich einst so unglaublig geliebt hatte. Der MICH so unglaublig geliebt hatte. Vor mir saß eindeutig ein böser Clon dessen, von dem ich mir am meisten wünschte, dass er jetzt hier wäre. „Woran denkst du?“, fragte er mich und durchbohrte mich fast mit seinen Blick. Erst jetzt bemerkte ich, dass er meine Hände streichelte. „Daran, wie sehr du dich verändert hast.“, sagte ich ihm ins Gesicht und wartete auf seine Reaktion. Für einen kurzen Moment hörte er mit dem Streicheln auf, und sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Ach, hab ich das?“, sagte er belustigt. Ich senkte meinen Blick wieder: „Ja.“ Er begann, wieder meine Hände zu streicheln und sagte nichts mehr. Ich spürte, wie mir stille Tränen die Wangen hinunterliefen. Nicht heulen Lena, bringt euch doch jetzt auch nichts, sagte ich mir selber und wischte mir die Tränen fort. Lauri schien nicht mal das zu bemerken, er schien ganz in Gedanken versunken. Ich beobachtete ihn. Was war nur mit ihm geschehen? Er war so gefühllos geworden, so hart und unerreichbar. Wie oft habe ich mir gewünscht, dass er hier bei mir ist und einfach nur meine Hände hält und wie sehr wünschte ich jetzt, er würde sie endlich wieder loslassen und gehen. „Weshalb ich eigentlich hier bin, Lena...“, begann Lauri wieder zu Sprechen und ich sah auf, „…ich weiß, dass du unschuldig bist.“ Mir zog es fast den Boden unter den Füßen weg. „Was?!“, wiederholte ich noch mal. „Du bist unschuldig, ich weiß, wie es wirklich war.“, sage Lauri bestimmt und sah mir fest in die Augen. Ich schaute ihn niedergeschlagen an. „Danke für dein Mitleid Lauri, aber JEDER denkt, dass ich schuldig bin, da kann deine Meinung leider auch nichts dran ändern…trotztdem danke, dass wenigstens DU mir glaubst.“, sagte ich und seufzte tief. Eine kurze Stille entstand. „Ich glaube, du hast mich da nicht ganz verstanden, Lena.“; sagte Lauri mit tonloser Stimme. Ich sah ihn verwundert an. „Wie meinst du das?“ „Du bist unschuldig“, sagte er mit demselben unveränderten Gesichtsausdruck. Langsam machte mich seine Einsilbigkeit wütend. „Jetzt hör mir mal zu, Lauri! Ich weiß das wirklich zu schätzen, dass du mir glaubst, aber damit kommen wir nicht weiter!! Es wurden 5 Menschen auf brutalste Art und Weise umgebracht und ICH war am Tatort…wer würde da nicht denken, dass ich die Täterin bin, die keine Zeit mehr hatte, zu fliehen?“, meine Stimme nahm einen verzweifelten Klang an. Lauri sah mich ausdruckslos an. „Du hattest Pech. Du warst zur falschen Zeit am falschem Ort.“ „Lauri, ich weiß, aber…“ „Ich habe dir doch grade gesagt, dass du unschuldig bist.“, sagte er mit einer unheimlichen Ruhe. Eine lange Pause entstand. Mein Gehirn ratterte. Mein Verstand und mein Herz rasten um die Wette. „Lauri- was meinst du?“, fragte ich leise. „Du warst nicht die Einzige, die zu der Zeit als die Polizei eintraf, am Tatort war.“, sagte er immer noch tonlos. Ich sah ihm direkt in die Augen. Und bekam den Schrecken meines Lebens versetzt. Lauris Augen waren nicht mehr strahlend grün, sondern hatten einen schwarz-gräulichen Ton angenommen. Er schaute mich an. Kalt…ausdruckslos…wartend…böse. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich riß die Augen auf. „Nein…!“, flüsterte ich entsetzt. Langsam entzog ich ihm meine Hände. Starrte ihn immer noch an, unfähig, mich weiter zu bewegen. Krallte meine Hände am Stuhl fest, von nackter Angst gepackt. Ein merkwürdiges Blitzen in seinen Augen. „Sag, dass das nicht wahr ist…“, flüsterte ich immer noch und konnte meinen Blick nicht von ihm abwenden. Sein Mund hatte sich zu einen bösen Grinsen verzogen. „Doch Lena…doch“ Langsam, Zentimeter um Zentimeter, rückte ich mit meinen Stuhl vom Tisch weg. Hatte Angst. Panische Angst. Angst vor der Wahrheit…Angst, vor meinen eigenem Freund. „Tut mir leid, dass es dich treffen musste…doch so ist das Leben nun mal, hart und ungerecht.“ „Lauri….Lauri…du Mörder!“, keuchte ich ihm entgegen. Seine Gesichtszüge änderten sich. Wieder zog er die Augenbrauen hoch…diesmal sah es allerdings verdammt gruselig aus. „Nein…“, fing er gespielt empört an, „der Mörder…bist ganz allein DU.“ Erschrocken schnappte ich nach Luft. Nein…das KONNTE einfach nicht wahr sein. Er hatte mir eben ein Geständnis gemacht. ER war es gewesen. Mein bester Freund und mein einziger. ER hatte diese unschuldigen Menschen umgebracht. ER. Er hatte mir eben den Schlüssel dazu hingehalten, mein ganzes junges Leben nicht in der Zelle zu hocken und zu unrecht von der Welt bestraft zu werden…aber ich hab ihn nicht genommen und dafür runtergeschluckt. „Lauri…bitte…tu mir das nicht an!“, quetschte ich unter Tränen hervor. „Tut mir leid, irgendwen muss es treffen.“, waren seine letzten Worte, dann erhob er sich. Ich wollte ihn aufhalten, ihn schlagen, anschreien, dazu zwingen, die Aussage zu machen. Ich wollte ihn töten, ihn hassen, ihn einfach nur aus meinem Leben verbannen. Doch ich konnte nicht. Stumme Tränen bahnten sich unaufhörsam den Weg über mein Gesicht. Ich saß auf meinem Stuhl und starrte die entgegengesetzte Wand an. Dann merkte ich plötzlich seine Hand in meinem Nacken, wie er mich vorsichtig zu sich heran zog, mir den letzten Kuss gab. Ich erwiderte ihn nicht, saß einfach nur stumm da und weinte. Lauri stand wieder auf, hauchte mir: „ Ich liebe dich- auf ewig!“ in mein Ohr und kurz darauf hörte ich die eiserne Stahltür wieder auf und zu schwingen.

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END


PS: Um die Überschrift zu deuten, solltet ihr euch ganz genau "Someone else" von The Rasmus anhörn *zwinker*