**Ask me no questions and I tell you no lies.**

Say it again

„Sag das noch mal…“ stotterte er sprachlos. Er war sicher, dass er sich eben verhört hatte. „Herrgott noch mal, was verstehst du an dem Satz: ES IST AUS! nicht, Lauri?“ sagte sie genervt. „A-aber…“sagte er immer noch sprachlos. Sie sah ihn an, ihre Augen blitzten, als sie sagte: „Du bist so ein Idiot, Lauri. Wie konnte ich mich nur auf dich einlassen.“ Sprachs und ging. Einfach so. Lauri sank auf den Boden. „Warum?!“ Seine Lippen flüsterten es matt. Er hatte noch nie soviel für ein Mädchen empfunden, wie für sie. Er pflegte es, Frauen als eine Art Spielzeug zur Vergnügung anzusehen und auch dementsprechend mit ihnen umzugehen. Aber sie hatte ihm die Augen geöffnet. Sie hatte echte Gefühle in ihm hervorgerufen. Er hatte ihr alles gegeben, sie seine Liebe jeden Tag spüren lassen. Und doch hatte er sie verloren…und wusste nicht warum. Sie war viel mehr für ihn gewesen, als nur eine seiner unzähligen Bettbekanntschaften. Sie hatte ihm gezeigt, was es heißt, zu lieben und geliebt zu werden. Oder wollte sie doch nur ein bisschen Ruhm an seiner Seite und ein bisschen guten Sex?! War sie etwa doch wie alle anderen?! Auf einmal war er sich ziemlich unsicher, ob sie ihm nicht nur die ganze Zeit etwas vorgemacht hatte. Außerdem war bisher eigentlich immer ER derjenige gewesen, der den Mädels den Laufpass gegeben hatte. Was bildete sie sich eigentlich ein?! Ihn so zu verarschen und dann noch zu denken, sie würde jetzt über ihm stehen. Sowas brauchte ER sich doch nicht gefallen zu lassen. Jetzt, wo er so darüber nachdachte, hatte er sie niemals `Ich liebe dich´ sagen gehört. Verdammt, dachte er. Sie war DOCH wie alle anderen auch, und er würde keine einzige Träne wegen ihr vergießen. Er stand auf, und hatte plötzlich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht. Endlich wieder Single, dachte er sich. Er konnte gar nicht begreifen, warum er aus schlechtem Gewissen wegen IHR sovielen geilen Weibern in der Zeit, als sie zusammen waren, den Zutritt in sein Bett verweigert hatte. Sowas wird mir nicht noch mal passieren, schwor er sich, schnappte sich seine Jacke und ging auf Weiberjagd.


„Jacky, und du wirst DOCH mit auf die Party kommen“, grinste Missy fies. „Tz, scheiß Gruppenzwang.“ sagte ich etwas deprimiert, weil sie mich schon wieder indirekt überstimmte. „Tjaaa, so bin ich eben.“ sagte sie mit Engels-Gesicht. „Jaah, WAHRSCHEINLICH.“ stellte ich grinsend fest. „Is so“, rechtfertigte sie sich, während sie geschäftig in ihrem Kleiderschrank auf Party-Klamotten-Suche ging. „Tauchstation Kleiderschrank“, sagte ich und beschaute mir das Schauspiel, dass mir meine beste Freundin und ein viel zu voll gestopfter Kleiderschrank boten. „Jaja, immer mach dich über mich lustig, dass hier is echte Schwerstarbeit“, maulte sie, während sie kurz ihren verstrubbelten Kopf aus dem Kleiderhaufen steckte. „Oh, SO ungestylt kenn ich dich ja garnich“, grinste ich fies. Sie streckte mir die Zunge raus und schob ihren Kopf wieder grinsend in den Klamotten-Berg. Ich grinste selig vor mich hin und war froh, eine so liebe Person mein Eigen nennen zu können. Plötzlich seufzte ich. Noch viel schöner wäre es, eine männliche Person mein Eigen nennen zu dürfen, dachte ich traurig und sah Missy dabei zu, wie sie ziemlich ungeschickt einen viel zu kurzen Minni über ihre etwas dicklichen Beine zu streichen versuchte. Missys ganzes Auftreten hatte irgendwie etwas teddyhaftes an sich. Man musste sie einfach mögen. Wenn man sie noch näher kannte, wusste man, dass Missy ohne Partys überhaupt nicht leben könnte. Ich dagegen allerdings schon. Ich sah mir Missy einmal genauer an. Sie war dunkelblond, hatte braune Augen und ein recht hübsches Gesicht. Ihre Beine waren ein wenig zu kurz geraten, aber das ist bei Finnen nun mal so. Insgesamt würde ich sie als kräftig bezeichnen. Missy sagt mir immerwieder, wie hübsch ich wäre und welch Modelmaße ich doch hätte, aber der Unterschied ist, dass Missy einen Freund nach dem anderen hat und ich nicht. Auch irgendwie deprimierend. Gedankenverloren sah ich aus dem Fenster. Missy wohnte im ersten Stock mit Terrasse, so konnte man super Leute ausspannern, dachte ich mir und musste grinsen. „Na, wieder mental auf der Suche nach deinem Traummann, dem Gott leider verweigert hat zu existieren?!“ Stupste mich Missy an und holte mich somit wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück. Ich seufzte. „Ach Missüüüüü…“ jammerte ich und kramte nach meinen Kippen. „Stressbewältigung“, sagte sie gespielt verächtlig und steckte sich selber eine an. „Jaja…“murmelte ich. „Man Jacky, du bist so verdammt hübsch…ich versteh nicht, warum du so ein Problem mit den Männern hast!“ „Den meisten kommt es eh nur aufs Äußere an!“ beschwerte ich mich. „Na muss es doch auch, sonst hättest dus mit ner Transe zu tun“ grinste sie versaut. Ich setzte grad zu einer konternen Antwort an, als ich aus den Augenwinkeln etwas Schwarzes am Fenster vorbeischlendern sah. Gekonnt drehte ich mich auf Missys barhockerähnlichen Stuhl wieder zum Fenster, um mir den, wie ich feststellen musste, verdammt hübschen Kerl mal genauer anzusehen. Missy lunschte über meine Schulter. „Aaaaah…brauchbares Material, wie ich sehe“, grinste sie. „Und ob“ stellte ich fest und musste mir eingestehen, dass der Typ nahe den Erwartungen von meinem Traummann entgegenkam. Das Schwarz ließ ihn nicht gruftimäßig aussehen, nein, es machte ihn noch geiler, als er es eh schon war. Von der Seite war auf jeden Fall schon mal süß. Kleine Stupsnase…niedlich…mein Blick glitt tiefer. Sieht auf jeden Fall gut gebaut aus…schwarze Haare…aber leider war er schon am Fenster vorbeigelaufen, ich konnte seine Augen nicht sehen. ich muss ziemlich versaut gegrinst haben, denn Missy konnte sich ihre Kommentare wieder mal nicht sparen: „Jaah, wie ich sehe, erfüllt der in deinen Tagträumen deine Phantasien, stimmts?!“ „Nicht nur in denen…“ grinste ich. „Boah, scheiße, war das ne geile Dreckssau!“, rutschte es mir raus. Missy sah mich überrascht an. „Geil Maus, SO kenn ich dich ja noch garnich…ich muss schon sagen, so gefällst du mir besser“ lachte sie. Ich musste mitlachen. Und so feierten wir noch ne Viertelstunde über meinen Spruch ab, machten uns so langsam auf den Weg zur Party und verließen dann frisch gestylt und in heißen Partyoutfits Missys Wohnung.


Ich betrat die Kneipe. Stickige Luft und Alkoholgeruch schlug mir entgegen, genau das, was ich jetzt brauchte. Ich nickte dem Türsteher zu und griff nach dem „Single-Bändchen“, dass er mir grinsend entgegen hielt. Ich sah mich um. Das „Kamikaze“ war mal wieder gnadenlos überfüllt…mit geilen Weibern, stellte ich fest, grinste und belagerte den nächsten besten Barhocker, der eben frei geworden war. Ich beschloss, mich schon mal warmzutrinken und bestellte nen Wodka pur. Und siehe da, neben mir ließ sich auch gleich ein hübsches und williges Blondchen nieder. „Hey“, hauchte sie mit einem gekonnten Wimpernaufschlag. So mag ich das. Ich grinste. „Hey, so ganz alleine hier?“ Einer der dümmsten Sprüche, aber bei diesen Weibern zog er allemal. „Oh…jaah.“ sagte sie, nicht ohne sich noch mal zu vergewissern, dass ihr Freund, wie ich annahm, sie auch ja nicht beobachtete. Genervt rollte ich mit den Augen. „Sag mir doch gleich, wo dein Freund sitzt, dann können wir gleich regeln, mit wem du die heutige Nacht verbringst:“ grinste ich dreckig. Sie schaute mich überrascht an. „Woher…?“ „Hm, Erfahrungen.“ stellte ich trocken fest und suchte mit den Augen den Raum nach einem nächsten Opfer ab, denn die Kleine langweilte mich. „Oh, verstehe.“ sagte sie und rückte ein Stückchen näher zu mir. Was wird das denn jetzt? Ich drehte mich zu ihr und zog eine Augenbraue hoch. Sie legte ihre Hand auf mein Bein und lächelte mich schüchtern an. Für den Anfang nicht schlecht, wär da nicht ihr lästiger Freund. „Hör mal Kleine, ich hab keinen Bock auf ne Eifersuchtsnummer. Such dir nen Anderen.“ Ich entfernte ihre Hand von meinem Bein, nahm mir den eben bestellten Rigo von der Bar und steuerte auf eine Sitzecke voller rassiger Schönheiten zu. In dem Moment ging die Tür auf und irgendein Idiot rannte gegen mich.


Kurz vor der Kneipe kniff ich. „Missy…ich waaaaaaiß nich“, jammerte ich. „Und ob du weißt…vielleicht siehst du den Hasen von vorhin ja…who knows“ sagte sie geheimnisvoll und schob mich auf den Eingang zu. Ich wollte antworten, aber Missy sagte unbarmherzig „Wehren zwecklos.“ Kurz bevor wir reingingen, drückte uns der schleimige Türsteher noch irgendwelche „Single-Bändchen“ in die Hand. „Ummachen.“ befahl Missy mir und verschloß sich selbst ihres um ihr Handgelenk. „Ähem...Missy, wir wissen beide, dass du NICHT single bist.“ „Tjaaa…für heute Abend schon.“ sagte sie und grinste versaut. Ich zog die Augenbrauen hoch. „Soviel zum Thema: Ich bin ja soooo treu.“ „Bin ich ja auch…bis auf heute. Und jetzt rein da.“ Ich machte die Tür auf und sofort schlug mir stickige Luft entgegen. Uäh, Augen zu und durch. „Hallo?! Was sollte das denn bitte?!“ hörte ich eine wütende Stimme vor mir sagen. Scheiße, dass mit den Augen zu war wohl doch keine gute Idee gewesen, schoß es mir durch den Kopf. Ich hab den nächst besten Typen angerempelt und sein getränk auf seinem Shirt verteilt. Besser geht’s nich, Jacky. Noch während ich mich mental selbst beglückwünschte, sammelte der Typ sein Glas ein und baute sich vor mir auf. Okay Jacky…jetzt guck den endlich an und entschuldige dich. Ich hob meinen Kopf und wollte grad ein zutiefst ernstgemeintes „Sorry“ schmachten, da blieb mir die Luft weg. Scheiße, das war der endgeile Typ von vorhin. Und verdammt, er hatte die geilsten grünen Augen, die ich je gesehen hatte. Ich musste ihn eine ganze Weile angestarrt haben, denn sein wütender Gesichtsausdruck wich immer mehr einem breiten Grinsen. „Ooooh…hätte ich gewusst, welche Schönheit mich heute noch umrennt, hätte ich mir gleich einen Sex on the Beach bestellt.“ sagte er und grinste dreckig. OH MEIN GOTT. Der redet mit mir. Der macht mich an. Der macht mir hier eindeutige Angebote, kreischte mein Inneres. Irgendwie hatte ich das Verlangen ihm eine zu klatschen. Aber alles, wozu ich im Stande war, ihn anzulächeln und nun doch mein „Sorry“ zu hauchen. „Kein Problem, ich hol mir eben Nachschub…würdest du mir die Ehre erweisen, mitzukommen?“ grinste er. „J-jaah.“ Ich ließ mich von ihm an die Hand nehmen und durch die Massen zur Bar hinschleifen. Oh Goooott, hatte der warme Hände. Er platzierte mich auf einem Barhocker und ließ viel zu schnell meine Hand wieder los. Er bestellte 2 Caipirinhas und schaute mich durchdringend an. Oh verdammt, mir wird heiß. „Wie heißt du eigentlich?“ fragte er plötzlich. „Jacky“ antwortete ich knapp und sah ihm fasziniert dabei zu, wie er mit seiner Zunge sanft den Strohhalm umspielte. Er wusste durchaus, was er tat. Und verdammt, er machte es gut. Er bemerkte wie ich ihn anstarrte und hatte plötzlich so ein Glitzern in den Augen. Er ließ mich nicht aus den Augen, während er mit dem Strohhalm spielte, an ihm zog, ihn wegstupste und wieder kreisen ließ. Oh mein Gott. Dieser Mann war der helle Wahnsinn. Ich konnte meinen Blick nicht von ihm wenden. Irgendwann rutsche er näher an mich ran, berührte mit seinem Knie nun meins. Ich zuckte kurz zusammen, diese kleine Berührung verschaffte mir Gänsehaut. Wie kann man nur so dermaßen geil aussehen?! Diese Frage ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Dabei wollte ich doch gar nicht denken. Nicht hier. Nicht jetzt. Nicht bei ihm. Er legte den Kopf schief und sah mich an. Er biss sich leicht auf die Unterlippe. Fuck, sah das geil aus. Er musterte mich von oben…bis unten. Sein Blick war mir nichtmal unangenehm. Wir mussten eine ewigkeit nur so dagessessen haben, ohne auch nur ein Wort zu reden. Das hätte eh nur die Spannung zwischen uns gestört. Irgendwann machte sich meine Hand selbstständig und strich ihm vorsichtig und kaum spürbar über den Oberschenkel. Und doch merkte er es. Denn es war wieder dieses Glitzern in seinen Augen und seine Lippen umspielte ein leicht versautes Grinsen. Boah, war mir heiß. Aber mit einemmal war mir klar, dass ich ihn wollte. So wie noch nie einen Anderen zuvor. Und es war mir so was von scheißegal, ob er ein Arschloch oder sonst was war, ich wollte ihn einfach. Am besten hier und jetzt. Ich werd hier noch ganz wuschig, schoß es mir durch den Kopf und ich begann leicht auf meinem Barhocker hin und herzurutschen. Lauri lächelte mich an. „Was ist denn? Warum so nervös?“ Oh scheiße, der hats doch glatt gemerkt. „Oh, ich...ähm“ „Das ist bestimmt die Hitze hier“, antwortete er für mich. Ich sah in dankbar an. „Jaah...äh, richtig, die Hitze.“ Sein Grinsen wurde immer breiter. Er beugte sich leicht vor, sodass sein Atem schon meine Wange streifte. „Oder ist es doch etwa…“ Mir wurde gleich ganz anders. Ich musste mich bis aufs Äußerste zwingen, meine Hände bei mir zu behalten. Verdammt, was wird das hier? Plötzlich hauchte er mir leise ins Ohr: „…pure Geilheit?“ Ich zuckte leicht zusammen. Mit so einer deutlichen Ansage hätte ich ja im Leben nicht gerechnet. Mit einem zufrieden Gesichtsausdruck lehnte er sich wieder zurück und ging seiner Lieblingsbeschäftigung nach…mich unverschämt sexy anzugrinsen. Mir wurde die ganze Situation plötzlich seeeehr unangenehm. Hatte der Kerl hier nicht grade rausgefunden, dass ich endgeil auf ihn war. Scheiße. Ich hibberlte nervös weiter auf meinem Stuhl rum. Tja, und nun? Ich musste erstmal raus hier, bei dem Nebel, auch Raucherqualm genannt konnte ja kein Mensch mehr vernünftig denken. Nun ja, vielleicht war ja gerade das beabsichtigt. Egal, erstmal frische Luft, sonst mach ich gleich die Flatter. „Boah, die Hitze hier is ja nich mehr normal, kommst du mal kurz mit raus?“ fragte ich ihn und wurde irgendwie immer nervöser. Er setzte sein umwerfentstes Lächeln auf und nickte leicht. Ich schnappte mir seine Hand…man beachte: ICH schnappte mir SEINE Hand, und zog ihn durch den Schuppen Richtung Ausgang. Tür auf, Jacky und Lauri raus, Tür wieder zu, Frischluft. „Endlich“, murmelte ich und streckte mich leicht. Aus meinen Augenwinkeln sah ich, dass Mr. Ylönen mich beobachtete. Ach jaaaa, das Wort zum Samstag…Lauri. Ich grinste versaut und drehte mich zu ihm. Er stand lässig gegen die Hauswand gelehnt und hatte die Augen geschlossen. Mein Gott, der konnte ja echt machen, was er wollte, es sah immer geil aus, grinste ich in mich hinein.

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t.b.c.